30.10.2011
Marsch für die Würde des Elsass
(Die Dolomiten, 28.10.2011)
STRASSBURG (sch). Rund 40 Streiter für zweisprachigen Schulunterricht und für eine Autonomie des Elsass haben am kürzlich in Straßburg unter der weiß-roten elsässischen Fahne für ihre Ziele geworben.
Die Kundgebung war Teil der Aktion "Alsatian Pride" ( Elsässischer Stolz), einer Wanderung durch das ganze Elsass,mit dem für "die elsässische Würde und den Unterricht in unserer Sprache", die elsässische Kultur und die Zweisprachigkeit in den Institutionen geworben wurde.
Der eine Woche währende Marsch war in Teilstücke unterteilt, an denen immer neue Teilnehmer mitwandern konnten. Er ging von Saar-Union (Sarre-Union) im Norden über Zabern/Saverne, Weißenburg/Wissembourg, Hagenau, Molsheim, Schlettstadt/Sélestat und Straßburg nach Colmar. Thema war vor allem auch die Verteidigung des Prinzips des paritätischen zweisprachigen Schulunterrichts: Zwölf Stunden Unterricht in Französisch und zwölf Stunden in Deutsch ab der ersten Klasse Grundschule wären für die Autonomisten eine ideale Struktur, die jedoch von der französischen Schulbehörde unlängst in Frage gestellt wurde (die "Dolomiten" berichteten in der Ausgabe vom 21. September 2011).

Im Elsass fehlt es mitunter an
allem, was den Deutschunterricht
betrifft. So heißt es beispielsweise
in St. Amarin/Saint
Amarin 30 Kilometer nordwestlich
von Mülhausen/Mulhouse: "Die Schule Robert Schuman
und ihre Schüler suchen verzweifelt
einen Deutschlehrer!":
50 bis 60 Heranwachsende der
vierten bis sechsten Klassen haben
heuer keinen Deutschunterricht.
Dies liegt nicht in der Verantwortung
der Schulbehörde,
welche die Anstellung von Lehrern
durch Hürden in der Behandlung
der Verträge verschleppt.
Auch bei der Auswahl
von Bewerbern wird nicht effizient
gearbeitet. Zumal St. Amarin
auch noch abgelegen ist, will
sich kein Deutschlehrer finden.
Organisiert wurde der Marsch
von Generalrat DavidHeckel aus
Sarre-Union und den früheren
Generalräten Andrée Munchenbach
und Denis Lieb sowie der
autonomistischen Bewegung
"Unser Land".





