Ci-après le courrier remis à la Stadtpräsidentin de Zürich à l’occasion de la Hirsebreifahrt 2016.

Sehr geehrte Frau Stadtratpräsidentin,


Sehr geehrte Mitglieder des züricher Stadtrats,

Sehr geehrtes Organisationskomitee,
 sehr geehrte Zunftleute,


Sehr geehrte Zürcher, 

Im Namen des stillen Volkes Elsass werden wir, Mitglieder und Anhänger der elsässischen Partei „Unser Land“, Euch recht herzlich am Ziel Eurer Fahrt ­ in unserer Heimat – mit den elsässischen Farben, Rot un Wiss, begrüssen.

Wir danken für die Weiterführung dieser Tradition. Die Hirsebreifahrt und die Erinnerung an die damalige Allianz zwischen Zürich und Strassburg bilden heute eines der vielen « übersehenen » Kapitel der Geschichte des Elsass…, die wir heute nicht mehr übersehen wollen.

Die politischen und kulturellen Verhältnisse haben sich im Elsass seit den 1950er Jahren drastisch verschlechtert. Unter der jetzigen Pariser Regierung wird dieser Trend noch beschleunigt. Die deutsche Sprache und unser alemannischer Dialekt, die unsere natürliche Verbundenheit mit dem Oberrhein und unseren europäischen Nachbarn bewahren, werden von der Pariser Regierung akribisch abgeschafft. Weniger als 3% der Kinder im Elsass verstehen heute noch die Muttersprache ihrer Eltern oder Grosseltern.

Die jüngste Territorialreform hat das Elsass mit zwei anderen Regionen ­ Lothringen und Champagne­Ardenne ­ zwangsfusioniert, mit denen es kaum etwas Gemeinsames hat. Das Elsass verschwindet somit als politische und institutionelle Einheit. Weder die Bevölkerung, noch deren gewählte Vertreter wurden danach gefragt. Nach Umfragen äusserten sich 85% der Elsässer gegen diese Zwangsfusion. Sogar der Europarat musste April dieses Jahres im Rahmen des „Kongress der Gemeinden und Regionen“ feststellen ­ und bedauern ­ dass Frankreich die Europäische Charta der kommunalen Selbstverwaltungen, welche es unterzeichnet und ratifiziert hat, missachtet.

Unter diesen tragischen Umständen ist es für uns wichtig, weiter die Brücken zu erhalten, die uns mit unserer Geschichte, unserer Urkultur und den alemannischen Nachbarsvölkern verbinden. Nur solche Brücken lassen uns zuversichtlich in die Zukunft blicken. Aus diesem Grund, ist es für uns eine grosse Freude, Euch freundlich begrüssen zu können, und nicht zuletzt weil die schweizerische Demokratie für uns als Vorbild gilt.

Es ist für uns auch besonders wichtig, dass die Hirsebreifahrt nicht nur eine Tradition bleibt, sondern auch ihr ursprüngliches Ziel weiterverfolgt: gegenseitiger Beistand und Solidarität zeigen. Das Elsass schwebt heute in Lebensgefahr. Wir würden es also sehr begrüssen, wenn Sie in irgendeiner Form, den Wunsch der elsässischen Bevölkerung nach Selbstbestimmung und mehr Autonomie öffentlich unterstützen könnten.

Mit dieser Hoffnung erwarten wir Sie am kommenden Samstag in Strassburg.

Freundliche Grüsse

Andrée Munchenbach

Präsidentin von Unser Land

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