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Jacques KAUFFMANN
22 juillet 2010

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Opinion : Wir haben einen Elsässer

Wir haben einen Elsässer , diesen Ausspruch haben wir schon öfters bei verschiedenen Gelegenheiten gehört, sei es bei Politikern , Wirtschaftsfachleuten, Gelehrten oder Sportlern, usw.

Aber was heisst das schon ? Was bedeutet das schon ?

Wir haben einen Elsässer, sollte so glauben wir auch dem Elsass etwas bringen. Natürlich sind wir als Elsässer stolz, wenn ein Landsmann oder eine Landsmännin es zu etwas gebracht hat, beruflich oder auch auf sportlichem Gebiet. In der Geschichte können wir auf Männer zurück blicken, die selbst über die Grenzen hinweg dem Elsass Ruhm und Ehre gebracht haben.

Wir denken an Dr. Albert Schweitzer, an Professor Alfred Kastler, an Nathan Katz und viele andere, aber auch an unsere wackerer Vorkämpfer für das Elsass, damit das Elsass so bleibt wie es früher war, das heisst das es seine Kultur und Sprache bewahrt, mit einem Wort seine Seele behält.

Und da denken wir besonders an Dr. Eugen Ricklin den ehemaligen Präsidenten des elsässischen Parlaments (1911-1918), an Dr. Xavier Haegy ein mutiger Priester und Abgeordneter, an Karl Roos, von den Franzosen ohne wirklichen Grund erschossen, an Joseph Rosse, an Camille Dahlet und an alle verdienstvollen Mitstreiter, die in einer schwierigen Zeit, sich für das Elsass, für unser Land und seine Bevölkerung eingesetzt haben.

Die haben gekämpft, die haben gelitten. Da hatten wir richtige Idealisten. Das waren noch Elsässer, wir sind heute noch stolz auf diese Landsleute Es waren vor dem Krieg, Hunderte, wenn nicht Tausende die sich nicht scheuten sich als Elsässer zu fühlen und zu benehmen. Ohne diese Leute hätten wir nicht so grosse Wahlerfolge gehabt, mehrere Abgeordnete. Die Elsässer, waren und das muss auch gesagt werden, noch nicht so eingeschläfert worden und betrogen worden wie nach 1945.

Auch heute leben wir in einer schwierigen Zeit. Der Zweite Weltkrieg haben uns viel geschadet und das wussten die Franzosen weidlich auszunützen als Sie wieder als Eindringlinge in unser Land kamen. Es ist keine Seltenheit, dass Unschuldige 1945 eingesperrt wurden nur weil Sie ihre Muttersprache verteidigen wollten. Weil Sie sich zu ihrem Volkstum bekannten. Durch diese in grossem Massstab gezielte Einschüchterung, haben viele Elsässer sich von ihrer Muttersprache entfernt, haben sich also verleugnet um nicht belästigt zu werden. Deshalb Hut ab vor allen Charakterfesten Elsässerinnen und Elsässer die trotz aller Hemmnisse und Schwierigkeiten weiter ihren Elsässerdeutschen Dialekt sprechen und ihren Kindern weiter geben. Das sind die richtigen Elsässer. Ein Landsmann der jetzt eine verantwortungsvolle Stelle einnehmen wird, ist Herr Pflimlin. Wir wissen nicht ob er den Elsässischen Dialekt sprechen kann oder ob er zu den vielen kolonisierten Elsässer gehört.

Wir gratulieren Herrn Remy Pflimlin für seine Beförderung, müssen ihn aber etwas auf den Weg geben: Sollte er sich wirklich als Elsässer betrachten, so könnte er alles tun um unserer Sprache eine neue Wiedergeburt zu gestatten am Fernsehen und am Rundfunk. Es wurden in den vergangenen Jahren so viele Dialektsendungen gestrichen und das in einem Land, dass eine Demokratie sein will. Aber Fernsehgebühren zahlen die Elsässer. So könnten Sie zum Beispiel die beliebte Sendung « Sür un Sies » wieder einführen und noch viele andere Sendungen und auch Theaterstücke in unserem Dialekt Wir hoffen einen richtigen Elsässer an Ihnen gefunden zu haben der die berechtigten Sehnsüchte der Einheimischen Landsleute versteht und berücksichtigt.

Denn sogenannte Elsässer als Minister und Abgeordnete hatten wir schon viele und die meisten dieser Leute haben sich nie für unsere elsässerdeutsche Sprache engagiert. Die können wir vergessen.

J . Kauffmann

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